Das Seniorennetzwerk „Wir sind Haan“ hat schon wegen seines Namens Grund genug, dem Stadtjubiläum einige Gedanken zu widmen.

Es wäre in diesen Tagen bestimmt ein großartiges Stadtfest geworden, doch die Corona-Pandemie lässt uns auf die Feier warten. Diese „Vertagung“ ist gewissermaßen passend für das Stadtjubiläum, denn die Stadtrechte wurden schließlich 1921 auch nicht auf Anhieb verliehen. Mehr noch: Fast 30 Jahre zuvor wurde die Bürgermeisterei Haan, zu der auch Millrath, Schöller und Gruiten gehörten, aufgelöst. Und 1894 wurde gar die Verleihung der Stadtrechte per Königlicher Verordnung einstweilen abgelehnt. Erst im zweiten Anlauf klappt es: Aus der Rheinischen Landgemeinde wurde die Stadt Haan.

Wer mehr Wissenswertes, manches zum Schmunzeln und etliches zum Staunen erfahren möchte, dem sei die neue Stadtchronik von Haan ans Herz gelegt!

Warum ist es eigentlich wichtig, dass wir uns als Haanerinnen und Haaner bezeichnen und fühlen dürfen? Man stelle sich nur vor, Haan hätte nicht sein Stadtrecht verliehen bekommen. Dann wären wir heute BürgerInnen von ?. Vielleicht gehörten wir nicht einmal zum Kreis Mettmann, sondern hätten auf unseren Autos Kennzeichen wie W, D oder gar SG ;-). Anfang der 1970er Jahre wäre es fast soweit gekommen. Doch die Bürgeraktion Haan-Gruiten schmetterte im Chor das Lied „Haan bleibt Haan“, zog in einer Bürgerdemonstration zu 10.000 in die Landeshauptstadt (und anschließend in die Haaner Kneipen) und konnte schließlich eine Eingemeindung verhindern. Manche UreinwohnerInnen mögen sich daran erinnern (Ja, ja, die gute alte Zeit). Damit wurde wahrlich ein Stück Heimatgeschichte geschrieben.

 

Haan ist Heimat. Aber das Gefühl von Heimat ist weit gefächert: infratest dimap hat im Jahr 2015* ermittelt:

 „Heimat“ ist in Deutschland insgesamt ein Begriff von hohem Wert: …89 Prozent empfinden beim Begriff „Heimat“ ein positives Gefühl.

Aus Sicht der Bevölkerung hat „Heimat“ viele Facetten und wird daher auf vielfältige Weise verstanden. Am stärksten werden „Menschen, die ich liebe bzw. mag“ mit „Heimat verbunden: 92 Prozent empfinden dies sehr stark bzw. stark, wenn sie an ihre Familie, Freunde und Verwandtschaft denken. Knapp neun von zehn finden, ihre Heimat sei der Ort an dem sie leben (88 Prozent) und fast ebenso viele verbinden mit dem Heimatbegriff bestimmte positive Gefühle, wie beispielsweise Geborgenheit oder Sicherheit (86 Prozent). Für acht von zehn definiert sich Heimat auch durch bestimmte Landschaften, Städte und Umgebungen (79 Prozent). Kulturelles wie zum Beispiel die Sprache und Traditionen macht für drei Viertel der Deutschen ihre Heimat aus (75 Prozent). Zwei Drittel definieren den Ort, an dem sie aufgewachsen sind als ihren Heimatort (66 Prozent).

 

 

Unser Seniorennetzwerk bekennt sich nicht nur in seinem Namen zu Haan, sondern leistet – gemeinsam mit seinen Unterstützern und Kooperationspartnern – Beiträge für das Miteinander in unserer Gartenstadt.

Seit 10 Jahren besteht „Wir sind Haan“ (auch dieses Jubiläum wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt). Viele Seniorinnen und Senioren haben in dieser Gemeinschaft ein Stück Heimat gefunden. Manche werden durch die Netzwerkaktivitäten ihre Stadt und die gesamte Region etwas besser kennengelernt haben. Das Seniorennetzwerk „Wir sind Haan“ ist jedenfalls stolz darauf, Teil des Haaner Gesellschaftslebens zu sein und dazu beizutragen, unsere Stadt lebens- und liebenswerter zu machen – auch für Seniorinnen und Senioren.

Volker Freund
für das Seniorennetzwerk „Wir sind Haan“

*Umfrage von Oktober 2015 anlässlich der ARD-Themenwoche „Heimat“ (Textauszug von der Website der Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mbH – infratest dimap)

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