Kaiserstr. 40
Haan

The Father
Drama, GB
98 Minuten
Regie: Florian Zeller
Anthony (Anthony Hopkins) ist verwirrt. Gerade hat er sich noch mit seiner Tochter Anne (Olivia Colman) gestritten, nachdem er erneut eine Pflegekraft vergrault hat. Jetzt eröffnet sie ihm, dass sie von London nach Paris ziehen will und sich deshalb nicht mehr um ihn kümmern kann. Keine Minute später sitzt ein ihm völlig fremder Mann im Wohnzimmer, der erklärt, Annes Ehemann Paul zu sein.
Schon in den ersten Minuten von „The Father“ wird deutlich, wie konsequent der Film die Sicht der Hauptfigur einnimmt. Wir sehen die Welt mit Anthonys Augen. Wer vorab nicht weiß, dass es sich bei „The Father“ um ein Demenz-Drama handelt, kann das an Annes Kommentaren und einer langen Diskussion über eine möglicherweise gestohlene oder vielleicht doch nur verlegte Uhr erkennen.
Anthony versteht immer weniger, was vor sich geht, obwohl er doch bei wachem Verstand ist. So schafft Zeller einen hervorragenden Eindruck davon, wie frustrierend es ist, wenn man seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann. Denn Anthony ist redegewandt, starrköpfig, bissig, aber auch extrem charmant und glaubt fest, die Situation unter Kontrolle zu haben. Doch bald ist klar, was schon in den ersten Minuten zu erahnen ist: Personen, Orte, Zeiten – alles vermischt sich im Kopf des Demenzkranken. Dem entgegen steht Tochter Anne, zerrissen zwischen Fürsorge und Selbstbehauptung.
Textnachweis: Wikipedia und Filmstarts.de 2020
Herzstück des vielfach ausgezeichneten Films ist das überragende Zusammenspiel von Olivia Colman und Anthony Hopkins. Bemerkenswert sind auch die Kompositionen des Italieners Ludovico Einaudi, die in einigen Szenen die Unsicherheit des Kranken intensiv ausdrücken.
Im Anschluss an die Vorführung laden wir zur Begegnung bei einem Glas Wasser oder Wein ein.